FWV Lorch Titel
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Freie Wählervereinigung Lorch
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Aktuelles

Freie Wählervereinigung Lorch

Stellungnahme zur Haushaltssatzung und zum Haushalt 2021 

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Funk, sehr geehrter Herr Bogner,
liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

auch der heute in zweiter Lesung zu behandelnde Haushaltsplan 2021 steht nach wie vor unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Bei seiner Einbringung im Dezember haben Sie, Frau Funk, uns darüber informiert, dass wir das Haushaltsjahr 2020 zwar besser abschließen konnten als erwartet, was den Zuschüssen von Bund und Land für die kommunalen Haushalte zu verdanken ist. Somit gab es 2020 keinen Fehlbetrag und wir mussten auch keine neuen Kredite aufnehmen. Allerdings ist die Entwicklung der Corona-Pandemie nach wie vor nicht abzusehen. Die Steuerschätzung im September wurde nach unten angepasst, was 5 Mio. Euro weniger an Zuweisungen bedeutet. 

Die Corona-Krise hat also auch bei den Finanzen der Stadt Lorch zugeschlagen. Auch diese kränkeln, wobei bisher aber noch ein milder Verlauf zu erwarten ist. Nichtsdestotrotz sind wir gehalten mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln sparsam umzugehen. Der Haushalt steht mehr denn je unter dem von unserer Fraktion schon immer beherzigten Leitsatz „das Notwendige vor dem Wünschenswerten“ 

Eine vermeidbare Geldausgabe auf Kosten unserer Kinder und Enkel ist mit uns nicht zu machen – dafür stehen wir seit Jahren im Lorcher Gemeinderat. Das ist fair und das ist für jeden berechenbar – und diese Konstanz ist uns wichtig. Und wenn weniger Geld verfügbar ist, dann bedeutet das eben, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen.

 

Digitalisierung 

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Begriff Digitalisierung in aller Munde. Sei es im Homeoffice, beim Homeschooling, bei der Abhaltung von Meetings aller Art, vieles kann bzw. soll in diesen Zeiten nur noch vom heimischen PC aus durchgeführt werden. Wohl dem, der in einem mit schnellem Internet versorgten Gebiet wohnt. Mehr als noch zu Beginn des vorigen Jahres macht sich jetzt bemerkbar, wie dringend der Breitbandausbau vorangetrieben werden muss. Deshalb freut es uns, dass bis zum Jahr 2024 insgesamt 5 Mio. Euro vor allem für den Ausbau der sogenannten weißen Flecken und des Außenbereichs im Haushalt eingestellt sind, dies ist richtig und wichtig. Nicht allen Bürgerinnen und Bürgern wird noch zu Zeiten der Pandemie geholfen werden können, aber wir denken, dass sich auch in der Nach-Corona-Zeit in der Arbeitswelt und im Schulalltag Änderungen halten werden, die ein schnelles und hochverfügbares Internet notwendig machen. Die Schäfersfeld-Schulen sind zwar jetzt glücklicherweise an das Glasfasernetz angeschlossen, aber noch immer haben einige unserer Industriebetriebe nur eine schlechte Netzversorgung, was ein echter Standortnachteil ist, den es jetzt schnell zu beseitigen gilt. Da uns dieser Umstand bisher nur aus Gesprächen mit einzelnen Betroffenen bekannt ist, stellen wir den 

ANTRAG

Erhebungen darüber anzustellen, welche Gewerbebetriebe, sei es Industrie oder Handwerk, derzeit immer noch unzulänglich mit schnellem Internet versorgt sind und gemeinsam mit den jeweiligen Betroffenen nach Lösungen zu suchen.

Anfang der vergangenen Woche begann bei den Schulen in Baden-Württemberg wieder der Unterricht, allerdings nicht als Präsenz- sondern als Online-Unterricht. Das hier noch großer Nachholbedarf, auch beim Land besteht, hat sich direkt durch den Ausfall der elektronischen Lernplattform Moodle gezeigt. Auch wenn es sich dabei nicht um ein technisches, sondern um ein Sicherheitsproblem gehandelt hat muss dafür Sorge getragen werden, dass sich solch ein Angriff von außen nicht wiederholen kann. Diese Schwierigkeiten dürfen auf Seiten der Nutzer, also in dem Fall der Schulen, die damit den Unterricht gestalten sollen, nicht noch dadurch verstärkt werden, dass es an den entsprechenden Endgeräten oder Kompetenzen mangelt. Aus diesem Grund befürworten wir die Planungen zur Digitalisierung unserer Schulen, die im vorliegenden Haushaltsplan festgeschrieben sind. Wir müssen von Seiten der Stadt unsere Hausaufgaben machen und Ergebnisse abliefern, für die wir gute Noten bekommen. Wir sollten in sehr engem Kontakt mit den Schulen sein, um einerseits zu verstehen, ob wir den Digitalisierungsprozess und damit vor allem auch eine zeitgemäße Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien und mit modernen digitalen Lern- und Vermittlungstechniken weiter unterstützen können und andererseits dies auch von den Verantwortlichen bei unseren Schulen einfordern. Dieses Zukunftsthema muss uns allen wichtig sein! Und dass wir hier viel zum Aufholen haben gegenüber anderen Nationen, ist ja hinlänglich bekannt und zu beklagen.

Eine fortschreitende Digitalisierung ist aber nicht nur im Bereich der Schulen hier in Lorch notwendig. Auch die Stadtverwaltung und die Arbeit des Gemeinderates und seiner Ausschüsse sollte dringend digitalisiert werden, wobei sich seit Amtsübernahme durch unsere neue Bürgermeisterin zumindest in der direkten Kommunikation mit den Gemeinderäten schon einige Verbesserungen ergeben haben. Es ist aus unserer Sicht allerdings schlicht unwirtschaftlich, beispielsweise die Tagesordnungen für unsere Sitzungen auf dem PC zu verfassen und dann für jeden einzelnen Gemeinderat auszudrucken und per Post oder Amtsboten zustellen zu lassen, wenn das alles auch mit einem Druck auf den Sendebutton des Mailprogramms erledigt werden könnte. Kleinere Gemeinden im Ostalbkreis sind uns da bereits voraus. Wir gehen davon aus, dass im Haushalt Mittel eingestellt sind, die Digitalisierung der Stadtverwaltung und der städtischen Organe voranzutreiben. 

Falls sich durch gutes Wirtschaften im laufenden Jahr Haushaltsreste ergeben, wäre auch zu überlegen, ob wir die mittlerweile erschwinglichen Tablet-Computer für die Arbeit im Gemeinderat beschaffen und damit die Gemeinderatssitzungen und die Kommunikation komplett modernisieren und auf neue Füße stellen. Allein die damit eventuell entfallende Leihgebühr für die Mikrofon- und Beschallungsanlage hier in der Remstalhalle, die wir Corona-bedingt bezahlen müssen, kann die Anschaffung dieser Tablets plus einfacher gekaufter Beschallungstechnik schon zu großen Teilen wett machen. Business Case nennt man das in der Wirtschaft. Darüber hinaus wäre eine solche Anschaffung für die nächsten Jahre nutzbar und nicht als Leihgebühr ein unwiederbringlicher Geldabfluss.

Wir stellen den 

Antrag

ein entsprechendes technisches Konzept noch vor der Sommerpause auszuarbeiten und einen Business Case dazu zu berechnen.  Mit der seit Januar wieder besetzten Stelle des DV-Administrators sind jetzt die hierfür notwendigen Kompetenzen an Bord.

Wenn auch nur die Hälfte der Kosten durch die eingesparten Leih-/Vermietungsgebühren reinkommt, wäre es ein günstiger Umstiegszeitpunkt auf neue, mit dem Tablet digital gesteuerte Beschallungstechnik.

 

Klimaschutz – Elektromobilität – ÖPNV

Ein Thema, das durch die Corona-Krise etwas aus dem Fokus geraten ist, ist der Klimaschutz. Leider haben wir es im zurückliegenden Jahr nicht geschafft, das von uns in der Haushaltsrede 2019 bereits angeregte Forum Klimaschutz einzurichten, auch und eben deswegen, weil solch ein Neustart mit Treffen und damit persönlichen Kontakten verbunden gewesen wäre, was ja lange Zeit nicht möglich war und derzeit wieder nicht möglich ist. Trotz all dieser Widrigkeiten ist das Thema Klimaschutz uns aber nach wie vor sehr wichtig, weshalb wir das Forum bzw. den Arbeitskreis Klimaschutz gerne im Laufe des Jahres 2021 ins Leben rufen würden. Eine aktive Beteiligung der Stadtspitze halten wir bei diesem Thema für unumgänglich.

Aber auch ohne ein Forum können wir als Stadt aus unserer Sicht hier bereits tätig werden. Um den CO2-Ausstoss zu verringern gelten im Moment als probates Mittel Elektrofahrzeuge aller Art, Fahrräder, Roller, Motorräder und vor allem PKW. Im Gegensatz zu Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, können diese aber nicht mal schnell an der Tankstelle nachgeladen werden, zu mindestens jetzt noch nicht. Aus diesem Grund wird die Nachfrage nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge spürbar zunehmen, vor allem von auswärtigen Besuchern. Deshalb stellen wir den 

Antrag 

ein Konzept für eine sinnvolle Aufstellung von E-Ladestationen im gesamten Stadtgebiet mit allen Teilorten auszuarbeiten. Dabei sind die Energieversorger zu beteiligen. 

Ein weiterer wesentlicher kommunaler Stellhebel zur CO2-Reduzierung ist die Bereitstellung einer Wegeinfrastruktur für Fahrrad- und Transport-Bike-Verkehr. Hier haben wir in Lorch derzeit immer noch Brüche in sicheren und durchgängigen Haupttrassen für einen guten und sicheren Radverkehr. Allein wenn man die Haupttrassen an Wilhelmstrasse und Maierhofstrasse zwischen Kreisverkehr und Binz-Areal anschaut, sind Radfahrer auf diesen schnell und stark frequentierten Trassen nicht bestmöglich geschützt als schwächerer Verkehrspartner gegenüber Autos und LKWs. Andere Kommunen markieren hier bewusst Fahrradwege auch auf nicht so breiten Straßen, um die Vorfahrt und den Schutz der Radfahrer zu heben. Ein weiteres Beispiel ist der Radweg nach Weitmars, der so eng ist, dass ein Begegnungsverkehr zweier Radfahrer schon ein Sicherheitsrisiko darstellt. 

Wir stellen den 

Antrag

eine Gefährdungs- und Durchgängigkeitsanalyse der Radinfrastruktur und insbesondere der Haupttrassen zu machen mit dem Ziel, den mit e-Bike und Transport-Bikes wachsenden Radverkehr sicherer und ansprechender zu machen und dadurch mehr Lorcher zum Wechsel auf das Fahrrad zu motivieren. 

Die Ausführung der Maßnahmen aus dieser Analyse sollten dann abhängig von Haushaltslage und -möglichkeiten in den nächsten Jahren eingeplant werden.

Ebenfalls seinen Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes leistet der ÖPNV. Wenn dieser gut aufgestellt ist, dann führt er idealerweise zu einer Verringerung des Individualverkehrs, weshalb wir in Lorch schon das Thema Stadtverkehr auf der Agenda haben. Wie dringend wir dieses Thema angehen sollten haben wir am 1.1.2021 zumindest in einigen Teilorten erfahren müssen. Durch den Beitritt des Landkreises Göppingen zum VVS wurde aus der Linie 11 der OVG die Linie 931 des VVS, mit gravierenden Verschlechterungen. Argumente wie die, dass es für Ober- und Unterkirneck ja die Schnellbuslinie X93 gäbe und man von Waldhausen ja auch mit dem Zug nach Lorch fahren könne kann sich nur jemand zu eigen machen, der die Situation vom warmen Büro aus ansieht! Die Linie 11 fuhr bis zum 31.12.2020 im Stundentakt von Göppingen nach Schwäbisch Gmünd, der letzte Bus fuhr um 21.30 Uhr, auch am Wochenende. Jetzt fährt die Linie 931 nur noch Montag bis Freitag und das außerhalb der Schulzeiten nur noch sporadisch. Im Gegensatz zum Zug und zur Linie X93, die jeweils nur am Bahnhof in Lorch halten, bedient die Linie 931 für Pendler aus den südlichen Stadtteilen auch den Bahnhof in Waldhausen und für alle anderen die Nahversorger in der Maierhofstraße und unser Gesundheitshaus. Derjenige der glaubt, dass das durch die Zugverbindung Waldhausen – Lorch bzw. durch den Schnellbus Göppingen – Lorch abgefedert werden kann fährt garantiert immer mit dem Auto zum Einkaufen und zum Arzt, hoffentlich ist das dann wenigstens ein Elektrofahrzeug. 

Wenn ich mir die Begründung der Verantwortlichen dazu ansehe, nämlich dass aufgrund einer Neustrukturierung des Busverkehrs zwischen Göppingen und Lorch der Fahrplan der Linie 931 angepasst werden muss, um Parallelfahrten mit der Linie X93 weitestgehend zu vermeiden, dann komme ich für meinen Teil nur zu einem Schluss: dann wird die Linie X93 wieder abgeschafft. Hier werden die Bekenntnisse unseres Landesverkehrsministers zur Stärkung des ÖPNV im ländlichen Raum zu reinen Lippenbekenntnissen degradiert.

 

Städtische Liegenschaften

Wie bereits in allen Haushaltsreden der zurückliegenden Jahre ausgeführt, sehen wir Investitionen in unsere städtischen Immobilien als dringend notwendig an. Dies dient unter anderem dem Werterhalt, welchem im Hinblick auf das NKHR ein größerer Stellenwert zuzurechnen ist, als das bisher der Fall war. 

Sehr erfreulich ist es deshalb für uns, dass für die investive Gebäudesanierung und insbesondere für die Sanierung und Erweiterung unseres Bauhofes Haushaltsmittel eingestellt sind. 

Auch das Thema Barrierefreiheit wird mit dem vorliegenden Haushaltsplan offensiv angegangen, sind doch endlich Gelder in ausreichendem Umfang für die Realisierung des barrierefreien Zugangs zum großen Saal im Dorfhaus Waldhausen eingestellt. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass diese erst für das Haushaltsjahr 2022 vorgesehen sind. Wir werden darauf achten, dass die Umsetzung des Vorhabens dann auch zeitnah in Angriff genommen wird, denn durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der Nutzer des Dorfhauses, die auf Gehhilfen oder gar den Rollstuhl angewiesen sind immer größer. 

Im Zusammenhang mit der Schaffung einer dritten Kindergartengruppe in Weitmars wurde gleichzeitig das Platzangebot für die Weitmarser Vereine in der Dorfgemeinschaftseinrichtung drastisch eingeschränkt. Wie wir aus Gesprächen mit den Betroffenen wissen, fehlt es in erster Linie an Lagermöglichkeiten, die an oder in direkter Nähe zur Hohberghalle geschaffen werden könnten. Auch hier sind die Haushaltsmittel für die Planungen eingestellt, so dass wir davon ausgehen, dass mit diesen noch im Jahr 2021 begonnen werden kann. Wir weisen in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass aus unserer Sicht die unmittelbar Betroffenen, nämlich die Weitmarser Vereine in diese Planungen mit einzubeziehen sind. Gleiches gilt im übrigen auch für die Waldhäuser Vereine, die immer noch auf einen vernünftigen Ersatz für die weggefallenen Lagerflächen im alten Feuerwehrgerätehaus warten. Die aufgestellten Container waren ja nur als Übergangslösung gedacht.

Wir alle wissen, spätestens seit der Explosion des Faulturms, dass bei unserer Kläranlage in Waldhausen Handlungsbedarf besteht, denn die Anlage ist inzwischen doch in die Jahre gekommen. Die erforderlichen Grenzwerte können mit der vorhandenen Technik zwar noch eingehalten werden, aber schon jetzt lässt sich erkennen, dass wir um die eine oder andere Erneuerung nicht herumkommen werden. Die jetzigen Planungen sehen eine sukzessive Erneuerung, gestreckt über einen Zeitraum von mehreren Jahren vor, was die Freie Wählervereinigung Lorch sehr begrüßt, weil dies für unseren Haushalt zuträglicher ist als eine Großinvestition unter Zeitdruck damit wir die Betriebsgenehmigung behalten.

Kinder sind ein großes Gut, weshalb uns die Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten für unsere Jüngsten schon immer besonders am Herzen lagen. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist es in unserer Stadt gelungen, in relativ kurzer Zeit dringend notwendige Betreuungsplätze zu schaffen. Das war aber nur möglich durch die Nutzung von Mobilraumsystemen, die im Grunde nur eine provisorische, vorübergehende Lösung darstellen. Einig sind wir uns in diesem Gremium, dass wir im Stadtgebiet einen weiteren Kindergarten brauchen, es steht also ein Neubau an. Wenn wir auch noch keinen genauen Standort festgelegt haben, so freut es uns überaus, dass im vorliegenden Haushalt bereits Mittel in Höhe von knapp über 2 Mio. Euro verteilt auf die Jahre 2020 bis 2023 eingestellt sind. Damit können wir aus unserer Sicht in die konkreten Planungen, beginnend mit der Standortsuche, einsteigen. Wir hoffen, dass uns unser neues Platzvergabesystem dazu auch den einen oder anderen Anhaltspunkt liefern kann. 

Einen neuen Kindergarten zu bauen bringt der Stadt und uns als Gemeinderäten Lob und Anerkennung aus der Bürgerschaft ein, zumindest überwiegend. Es gibt aber auch Baumaßnahmen, bei denen das Geld im Erdreich vergraben wird und wir und unsere Bürger nachher fast nichts davon zu sehen kriegen. Seit ich 1994 zum ersten Mal in den Gemeinderat von Lorch gewählt worden bin, begleiten mich solche Bauprojekte und manches davon wurde auch schon zu liebe anderer Baumaßnahmen auf die lange Bank geschoben, obwohl deren Bau zu unseren Pflichtaufgaben als Kommune gehört. Die Rede ist von unseren Regenüberlaufbecken, kurz RÜB. Für zwei der noch fehlenden Becken sind nun in diesem Haushalt verteilt über die Jahre bis 2024 fast 2,5 Mio. Euro eingestellt, was wir als Fraktion für notwendig und richtig befinden, steht doch der vorliegende Haushalt unter dem Leitsatz vor allem das Notwendige zu schaffen.

Bei den letzten Submissionen hat sich schon abgezeichnet, dass die Zeiten, als sich die Auftragnehmer ihre Aufträge heraussuchen konnten und deshalb teilweise Angebote mit horrenden Preisen abgaben, vorbei sind. Deshalb gibt es für uns gute Gründe zu der Annahme, dass die für die einzelnen Vorhaben eingestellten Mittel auskömmlich sein sollten.

 

Neues Bauland

Auch für die Planung und Erschließung von Neubaugebieten sind Mittel im vorliegenden Haushaltsentwurf eingeplant, ebenfalls 2,5 Mio. Euro verteilt auf die nächsten 4 Haushaltsjahre. Die Entscheidung, weitere Neubaugebiete zu erschließen und dafür weitere landwirtschaftliche Flächen zu opfern mag aus gesamtstädtischer Sicht richtig sein. Wir müssen erschwingliche Bauplätze für die jüngere Generation vorhalten, wollen wir nicht auf Dauer einen Einwohnerschwund und damit geringere Zuweisungen für unseren Haushalt riskieren. Allerdings sollte dies aus unserer Sicht parallel begleitet werden von Maßnahmen, die zu einer Innenstadtverdichtung führen. Wir müssen Anreize schaffen, dass Bauplätze im Privatbesitz die in unseren bisherigen Baugebieten noch verfügbar sind, auf den Markt gebracht werden. Gleiches gilt für den Erwerb und die Renovierung einer Bestandsimmobilie im innerstädtischen Bereich. Auch für diese Bauherren könnten wir uns beispielsweise die Bewilligung unseres Baukindergeldes vorstellen. Nur so können wir auf Dauer ein sinnvolles Verhältnis zwischen notwendigen Bauplätzen und Erhalt unserer Kulturlandschaft erzielen. 

In Nachbar-Kommunen wird der Bau in Neubaugebieten mit Auflagen zur Montage von Photovoltaik und anderen klimafreundlichen Techniken verbunden. In Anbetracht der Erreichung der im vorderen Teil des Vortrags erwähnten Klimaziele kann so eine Verbindung nur begrüßt werden, zumal die Investitionssummen für energieeffizientes und klimafreundliches Wohnen bei Neubauten in ganzheitlichen Konzepten wesentlich günstiger sind im Vergleich zu einer Nachrüstung in Altbauten. Aus unserer Sicht sollten wir diese Möglichkeit auch bei unseren Beratungen über unsere künftigen Bebauungspläne berücksichtigen.

 

Stadtmarketing und Tourismus 

Seit 2017 weisen wir in unseren Haushaltsreden im Kontext zum Bereich Stadtmarketing auf die Notwendigkeit hin, Plakatständer wie in Schwäbisch Gmünd an der Remsstraße aufzustellen, so dass unsere örtlichen Vereine, aber auch die Stadt selbst, die örtlichen Unternehmen und viele andere auf Veranstaltungen, Ausstellungen und mehr hinweisen können. Wir möchten damit auch die bisher genutzten Provisorien, die das Stadtbild nicht unbedingt bereichern, überflüssig machen. Nun sind im Haushalt Mittel für die Erstellung dieser Tafeln eingestellt und wir hoffen, dass dies auch noch in diesem Jahr geschieht.

Wir haben in Lorch auch auf touristischem Gebiet einiges zu bieten, auch darauf weisen wir als Freie Wähler schon seit Jahren hin. Sei es das Kloster, das Limesknie, die Schelmenklinge und seit neuestem der Remsmittelpunkt und ziehen damit auch Besucher an. Besucher, die in Zukunft auch verstärkt mit Wohnmobilen kommen werden, denn durch die Corona-Krise hat der Trend zum Individualurlaub in den eigenen vier Wänden deutlich zugenommen und wenn diese 4 Wände dann noch auf Rädern stehen, dann ist man trotz aller Einschränkungen doch noch flexibel. Um die Attraktivität unserer Stadt für diese Art von Touristen zu erhöhen bedarf es aber einer Möglichkeit das Wohnmobil für eine Nacht oder vielleicht auch zwei irgendwo abstellen zu können, wo Strom-, Wasser und Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wir brauchen also einen Wohnmobilstellplatz wie Schwäbisch Gmünd oder Schorndorf. Deshalb stellen wir den

Antrag

dass sich der Gemeinderat noch im ersten Halbjahr mit den Themen Wohnmobilstellplatz und Plakatständer grundlegend befasst und Vorschläge für geeignete Standorte im Stadtgebiet erarbeitet.

 

Die Fraktion der Freien Wähler stimmt der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan 2021 in der vorliegenden Fassung zu, da er sich nach unserem Dafürhalten an den eingangs erwähnten Leitsatz „das Notwendige vor dem Wünschenswerten“ hält.                                             .

Wir danken Ihnen, Frau Bürgermeisterin Funk und Herr Bogner, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für die geleistete Arbeit bei der Erstellung des Haushaltsplanentwurfs. Die Erstellung dieses Haushaltes wurde noch zusätzlich und in vielerlei Hinsicht durch die immer noch andauernde Corona-Krise erschwert.

Leider konnten wir durch die Maßnahmen im Frühjahr eine zweite Welle nicht verhindern, sie hat uns schlimmer als befürchtet erwischt. Bedanken möchten wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern für den bisher gezeigten Langmut und die gegenseitige Rücksichtnahme. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Infektionszahlen in unserer Stadt bisher überschaubar geblieben sind.

Gerade unseren ehrenamtlich tätigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wird in diesen Tagen einiges zusätzlich abverlangt, weshalb wir uns in diesem Jahr ganz besonders dafür bedanken möchten, dass sie sich zum Gelingen des Miteinanders in unserer Stadt eingebracht haben, beweist es doch, dass Lorch im Krisenfall zusammenhält.

 

Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.

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